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Pressemitteilung

Intelligente Energiewende made in Nordostdeutschland: Projektpartner würdigen erstes WindNODE-Projektjahr

Berlin, Potsdam, Leuna. Auf Einladung des Ministeriums für Umwelt, Landwirtschaft und Energie des Landes Sachsen-Anhalt und der InfraLeuna GmbH fand am 14. und 15. März das jährliche Treffen des WindNODE-Verbundprojekts statt. Am Chemiestandort Leuna diskutierten rund 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Ergebnisse des ersten Projektjahres und die Meilensteine für die künftige Arbeit. Diskussionsbeiträge leisteten unter anderem die Ministerin für Umwelt, Landwirtschaft und Energie des Landes Sachsen-Anhalt, Prof. Dr. Claudia Dalbert, sowie der Minister für Wirtschaft und Energie des Landes Brandenburg, Albrecht Gerber.

Jan Pauls

Das Verbundprojekt „WindNODE – Das Schaufenster für intelligente Energie aus dem Nordosten Deutschlands“ soll dazu beitragen, die Stromnetze stabil zu halten, wenn große und schwankende Mengen Strom aus Erneuerbaren Energien integriert werden müssen. In der WindNODE-Region stammen bereits rund 50 Prozent des verbrauchten Stroms aus Erneuerbaren Energien. Zum Abschluss des ersten Projektjahres kamen Vertreterinnen und Vertreter der über 70 Projektpartner in Leuna zusammen, um Bilanz zu ziehen und die Schwerpunkte für die gemeinsame Arbeit in den kommenden Monaten und Jahren zu identifizieren.

Im ersten Projektjahr haben die Partner mit- und untereinander ein produktives Energiewende-Netzwerk in den ostdeutschen Bundesländern und darüber hinaus etabliert. In diesem „Reallabor Nordostdeutschland“ wird intensiv an einem intelligenten Energiesystem gearbeitet. Die Lösungsansätze sollen später als Blaupausen für andere Regionen und Länder dienen.

Daneben ist WindNODE ein Energiewende-Projekt zum Mitmachen und Anfassen: Die WindNODE-Partner haben deshalb ein Netz an „besuchbaren Orten“ geschaffen, an denen sich das intelligente Energiesystem unmittelbar erleben lässt.

Wie das abstrakte Thema Energiewende konkretisiert und begreifbar werden kann, durften die Gäste des Treffens live mitverfolgen: Unter dem Titel „Energie und Kunst“ entstanden als Zusammenarbeit von Energieexperten und Künstlern zwölf Kunstwerke, die Visionen für ein „intelligentes Energiesystem der Zukunft“ abbilden.

Viel vorgenommen haben sich die Projektpartner auch für die kommenden Monate und Jahre. Erster Schwerpunkt soll die Identifikation sogenannter „Flexibilitäten“ im industriellen und gewerblichen Bereich sein: Stromlasten, die flexibel dann abgerufen werden können, wenn gerade viel Strom erzeugt wird. Im zweiten Schritt geht es darum, diese verschiebbaren Stromlasten mithilfe einer neuartigen Flexibilitätsplattform zu managen und zu realisieren, um Engpässe im Stromnetz zu vermeiden. Dritter Schwerpunkt wird das Thema „Digitalisierung“, unter anderem mit einem Energiedatenmarktplatz von Fraunhofer FOKUS, einer Open Data-Plattform von Stromnetz Berlin und anderen innovativen Dienstleistungen.

Die Gastgeberin des Treffens, die Ministerin für Umwelt, Landwirtschaft und Energie des Landes Sachsen-Anhalt Prof. Dr. Claudia Dalbert, zeigte sich begeistert: „Hier in Sachsen-Anhalt sind sehr gute Rahmenbedingungen gegeben, um Musterlösungen für die zukunftssichere Energieversorgung von morgen zu entwickeln und auf Praxistauglichkeit zu erproben. Ich bin überzeugt, dass diese Erkenntnisse dann in der praktischen Anwendung ein wesentlicher Baustein für die erfolgreiche Transformation unseres Energiesystems sind. Denn klar ist: Sachsen-Anhalt ist das Land der Erneuerbaren Energien. Hier haben wir eine Vorreiterrolle. Insbesondere die Windenergie ist für das Gelingen der Energiewende und für den Wirtschaftsstandort Sachsen-Anhalt von großer Bedeutung. Das Ziel für die Zukunft haben wir vor Augen: eine 100-prozentige Versorgung mit Erneuerbaren Energien im Strom-, Wärme- und Verkehrsbereich.“

Der Minister für Wirtschaft und Energie des Landes Brandenburg, Albrecht Gerber, hob hervor: „Das Förderprogramm des Bundes ,Schaufenster Intelligente Energie – Digitale Agenda für die Energiewende‘ ist ein wichtiger Schritt, um zu digitalisierten Lösungen für die Energiewirtschaft zu kommen. Das Land Brandenburg arbeitet gemeinsam mit den anderen Bundesländern aus dem Nordosten weiter intensiv an der erfolgreichen Umsetzung dieses Vorhabens. Anhand konkreter Projekte tragen wir Lösungsansätze für eine zunehmende Flexibilisierung der Energieerzeugung, die Sektorkopplung und mehr Energieeffizienz im Transformationsprozess bei. WindNODE als Modellregion für ein intelligent vernetztes, dezentralisiertes und flexibilisiertes Energiesystem stellt sich den aktuellen Herausforderungen und Ansprüchen einer fortschreitenden Energiewende Deutschlands.“

Auch Dr. Christof Günther, Geschäftsführer der InfraLeuna GmbH, an deren Standort das hochrangige Treffen stattfand, betonte: „Als hochflexibler Last- und Verbrauchsschwerpunkt stabilisiert der Chemiestandort Leuna bereits heute die Netze in Mitteldeutschland. Die dabei erreichte internationale Spitzenposition wollen wir gemeinsam mit unseren Partnern weiter ausbauen.“

Professor Przemyslaw Komarnicki vom Fraunhofer-Institut für Fabrikbetrieb und -automatisierung IFF sagte: „Durch die schwankende Energiebereitstellung aus Sonne und Wind muss mehr und mehr die Verbraucherseite zum Energiegleichgewicht beitragen. Industrielle Flexibilitäten sind dafür besonders geeignet.“

Der WindNODE Gesamtprojektleiter, Markus Graebig, fasste zusammen: „Keine andere Region in Deutschland steht so sehr für Energiekompetenz und gleichzeitig Erfahrung mit tiefgreifendem gesellschaftlichen Wandel wie der Nordosten. Das Projekt WindNODE schöpft aus dieser Expertise und bringt unsere Region so als Leuchtturm der Energiewende weiter voran.“

Über WindNODE:

WindNODE ist Teil des Förderprogramms „Schaufenster intelligente Energie – Digitale Agen-da für die Energiewende“ (SINTEG) des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie. Es umfasst die sechs ostdeutschen Bundesländer inklusive Berlin und steht unter der Schirmherrschaft der Regierungschefs der teilnehmenden Bundesländer. In WindNODE arbeiten über 70 Partner vier Jahre lang, von 2017 bis 2020, gemeinsam an übertragbaren Musterlösungen für das intelligente Energiesystem der Zukunft. WindNODE zeigt ein Netzwerk flexibler Energienutzer, die ihren Stromverbrauch nach dem schwankenden Angebot von Wind- und Sonnenkraftwerken ausrichten können. Ziel ist es, große Mengen erneuerbaren Stroms ins Energiesystem zu integrieren und zugleich die Stromnetze stabil zu halten.

Mehr Informationen auf www.windnode.de.

Über SINTEG:

Mit dem Förderprogramm „Schaufenster intelligente Energie – Digitale Agenda für die Energiewende“ (SINTEG) will das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) zeigen, wie die Zukunft der Energieversorgung aussehen kann. Die Idee von SINTEG besteht darin, übertragbare Musterlösungen für eine sichere, wirtschaftliche und umweltverträgliche Energieversorgung bei veränderlicher Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien zu entwickeln und zu demonstrieren. Geeignete Lösungen aus den Modellregionen sollen als Vorbild für eine breite Umsetzung in ganz Deutschland und darüber hinaus dienen. In den fünf Schaufensterregionen kooperieren Partner aus der Energiewirtschaft sowie der Informations- und Kommunikationsbranche. Seit 2017 arbeiten mehr als 300 Unternehmen, Forschungseinrichtungen, Kommunen, Landkreise und Bundesländer gemeinsam an der Umsetzung der Zukunftsvision Energiewende.

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