Neue Flexibilitätsoptionen

Speicher sind eine wichtige Flexibilitätsoption im Energiesystem der Zukunft: sie sorgen für eine zeitliche Entkopplung von Erzeugung und Verbrauch und können so eine netz- und systemdienliche Wirkung entfalten. Neben Batteriespeichern aus der Elektromobilität untersucht WindNODE in diesem Arbeitsfeld aufgrund ihrer erheblichen Speicher- und Nutzungspotenziale auch thermische Anwendungen wie Power-to-Heat und Power-to-Cold und testet sie praxisnah.

Gesteuertes Laden bei einer batteriegetriebenen Nutzfahrzeugflotte

In Berlin untersuchen die BSR und die BWB gemeinsam die technische Einbindung der Ladeinfrastruktur von batteriegetriebenen Nutzfahrzeugen in das Gesamtsystem. Dazu zählen auch die Auswirkungen auf die Verfügbarkeit der Fahrzeuge, sowie Potenziale und Hemmnisse für den Betriebsablauf. Zusätzlich analysieren und bewerten wir regulatorische Anreize für die zur Verfügung gestellten Batteriekapazitäten. Wir demonstrieren dann zunächst an einem innerstädtischen Berliner Standort und im weiteren Projektverlauf an bis zu zehn weiteren Standorten das gesteuerte Laden. Die Ergebnisse dieses Projektes halten wir in einer Roadmap der Elektromobilität fest, die auf andere Flottenbetreiber übertragbar und skalierbar ist.

Second-Life-Anwendungen gebrauchter Fahrzeugbatterien im elektrischen Flottenbetrieb

In diesem Vorhaben entwickelt die BVG Systeme zum netzverträglichen und systemdienlichen Laden von elektrischen Fahrzeugflotten und untersucht sie in der Praxis. Damit soll das Szenario eines vollelektrifizierten öffentlichen Personennahverkehrs als Flexibilitätsoption in einem intelligenten Energiesystem untersucht und vorbereitet werden. Unsere Grundlage bildet das bereits vorhandene Lademanagementsystem zur wirtschaftlichen Vernetzung von Ladeinfrastruktur, Fahrzeugen und Dispositionssystem. Dieses System erweitern wir um ein Second-Life-Speichersystem, um netzverträglich und perspektivisch auch netzdienlich laden zu können. Aus den Praxistests leiten wir neue Geschäftsmodelle, Beiträge für Normung und Standardisierung und Vorschläge für den regulatorischen Rahmen ab.

Netz-, System- und Marktintegration der Elektromobilität in Berlin

Die Partner BMW, eMO (als Teil von Berlin Partner), Siemens und Stromnetz Berlin arbeiten in diesem Vorhaben ausschließlich auf Basis von Eigenmitteln an der konzeptionellen Vorbereitung eines Projekts zur Netz- und Systemintegration der Elektromobilität in Berlin. Wir beschreiben eine vollständige Prozesskette und ein Gesamtmodell für die Systemeinbindung von Elektrofahrzeugen und definieren die erforderlichen Akteure und Marktrollen. Nach Abschluss dieser konzeptionellen Phase sind die Voraussetzungen für die Umsetzung im Folgeprojekt geschaffen. Dort planen wir, anhand einer Fahrzeugflotte die netz- und systemdienliche Einbindung von Elektroautos zu demonstrieren sowie Geschäftsmodelle für Flexibilitäten zu entwickeln.

Power-to-Cold-Anwendungen im Industriemaßstab

Eisspeicher bieten ausgezeichnete Potenziale, die ohnehin strombasierte Kälteerzeugung in der Industrie und im Gewerbe zu flexibilisieren. Dazu entwickelt das ILK Dresden in diesem Vorhaben die Vakuum-Flüssigeistechnologie zur Erschließung großer Kälteverbraucher insbesondere in der Nahrungsmittelindustrie, also in Brauereien, Molkereien oder Kühlhäusern, weiter. Daneben bauen wir einen Demonstrator mit einer Einspeicher- und Eiserzeugungskapazität von 500 kW und einem angeschlossenen Flüssigeis-Speicher mit Kapazität von ca. 10-12 MWh – dies entspricht etwa 160-190 m³ Volumen. In Zusammenarbeit mit Radeberger werden Einsatzszenarien untersucht, um die Kombination von Kälteerzeuger und -speicher zu einem marktfähigen Produkt in der Systemdienstleistung zu entwickeln.

Dezentrale Kleinanlagen – Windspeicher statt Nachtspeicher

Die WEMAG Netz untersucht in diesem Vorhaben die netzdienliche Nutzung von regional vorhandener Infrastruktur für Nachtspeicherheizungen. Dabei soll in unserem nordostdeutschen Flächennetz getestet und bewertet werden, inwieweit die Nachtspeicherheizungen für solche Dienstleistungen geeignet sind. Wir werden dafür die bestehende Infrastruktur um weiterentwickelte Steuereinheiten ergänzen. So ausgestattet, können wir die Heizungen als dezentrale steuerbare Lasten einbinden und netzdienlich einsetzen. Fundierte Tests an den ertüchtigten Einzelanlagen dienen uns als Grundlage für Wirtschaftlichkeitsberechnungen von Erweiterungsszenarien der vorhandenen Infrastruktur und Strompreismodellen für das Energiesystem der Zukunft.

Versorgung des EUREF-Areals mit kombinierter Power-to-Heat/Cold

In diesem Vorhaben erweitert die GASAG Solution Plus zusammen mit Stromnetz Berlin die bestehende Wärme- und Kälteversorgung des Berliner EUREF-Forschungscampus um eine 500-kW-Power-to-Heat-Anlage und eine 2000-kW-Power-to-Cold-Anlage samt Hybridspeichern. Damit kann Überschussstrom vor Ort sinnvoll zur Wärme- und Kälteproduktion eingesetzt werden. Für die Anlagen entwickeln wir darüber hinaus neue Konzepte für einen netz- und systemdienlichen Betrieb. Zudem binden wir die neuen Anlagen in das bestehende virtuelle Kraftwerk mit Teilnahme am Regelenergiemarkt ein. Dabei leiten wir Regeln und Algorithmen ab, die auch eine Übertragung der Ergebnisse auf andere Anwendungsfälle, insbesondere im Bereich bestehender Immobilien- und Quartiersversorgungslösungen, ermöglichen.

Großmaßstäbliche Systemintegration von Power-to-Fernwärme in Berlin

Im Rahmen des Vorhabens erforscht Vattenfall Wärme, ob und in welchem Umfang durch eine 120 MW Power-to-Fernwärme Anlage saisonabhängig bis zu 300.000 Haushalte in Berlin mit grünem Überschussstrom aus dem Umland versorgt werden können. Als Vorstufe zu dieser weltweit größten Power-to-Heat-Anlage entwickeln wir an Probeanlagen in Berlin-Mitte und Berlin-Buch Steuerungsprozeduren. Darüber hinaus untersuchen wir die Vermarktung von Flexibilitätsoptionen im Zusammenspiel zwischen flexibler KWK-Stromerzeugung und Stromverbrauchsanlagen und erproben sie praxisnah. Unser Ziel ist die Bewertung einer koordinierten Netzengpassbewirtschaftung unter Beachtung sämtlicher betrieblicher und technischer Randbedingungen über einen längeren Zeitraum.

Industrieabwärme und Power-to-Heat in der Fernwärmeversorgung zur Lastflexibilisierung im Stromnetz

In diesem Vorhaben wird die Einbindung lastflexibler industrieller Abwärme in das kommunale Wärmenetz der Stadtwerke Hennigsdorf erprobt. Wir ergänzen die Industrieabwärme mit einem Großwärmespeicher mit 5.000 m³ Volumen und einer Power-to-Heat-Anlage mit 10 MW zu einer verlässlichen Quelle klimafreundlicher Wärme aus erneuerbarem Überschussstrom. Daneben identifizieren und bewerten wir mögliche Flexibilitätsoptionen auf technischer und wirtschaftlicher Ebene. Angebote zur Nutzung der Flexibilität werden nach technischen, wirtschaftlichen und organisatorischen Kriterien bewertet und Schnittstellen gesucht. Unser Ziel ist es, in Zeiten von Überschussstrom entsprechende Preissignale zu nutzen, um den Strom in unserem Wärmenetz einzusetzen.

Wir verwenden auf dieser Seite Cookies. Wenn Sie auf OK klicken oder weiter diese Seite nutzen, sind Sie mit der Nutzung von Cookies einverstanden. Mehr Informationen und Möglichkeit zur Deaktivierung.