Marktdesign und Regulierung

Wie kann die Effizienz des intelligenten Energiesystems gemessen werden? Welche Marktmechanismen greifen bei seiner Ausgestaltung – und wie kann der regulatorische Rahmen dafür aussehen? WindNODE nimmt in diesem Arbeitsfeld eine übergeordnete, volkswirtschaftliche Perspektive ein. Anhand systematischer Untersuchungen und auf der Grundlage von wissenschaftlich fundierten Annahmen wird ein geeignetes Kennzahlensystem entwickelt, werden rechtliche und regulatorische Fragen bearbeitet und Entwicklungswege für das Gesamtsystem aufgezeigt.

Bewertung der Gesamtsystemeffizienz

Um die volkswirtschaftlich optimierte Kombination von Stromspeichern, flexiblen Lasten und flexiblen Erzeugern sowie geeignete Marktmodelle bestimmen zu können, müssen wir die Leistungsfähigkeit und Effizienz des intelligenten Energiesystems messbar machen. Dahinter steht die Frage, mit welcher Systematik und welchen Kennzahlen wir das System charakterisieren können. In diesem Vorhaben entwickelt die TU Berlin (EnSys) mit Siemens ein parametrierbares Modell des Energiesystems und erweitert es um Aspekte der ökologischen und ökonomischen Lebenszyklusanalyse. Auf dieser Basis vergleichen wir alternative Entwicklungspfade und leiten Marktmodelle für den netzdienlichen Betrieb von Flexibilitäten ab, wobei Aspekte der gesellschaftlichen Partizipation und Akzeptanz besondere Beachtung finden. Darüber hinaus nutzen wir geeignet definierte Kennzahlen dazu, die Wirksamkeit der WindNODE-Demonstratoren für das intelligente Energiesystem zu evaluieren.

Neues Marktdesign und Ausgestaltung der "gelben Ampel-Phase"

Im "Ampelmodell" kennzeichnet die "gelbe Ampelphase" den Übergang zwischen der sicheren Funktion des Stromnetzes ohne Markteinschränkungen (grün) und der kritischen Phase (rot), in der die Netzbetreiber zum Erhalt der Systemstabilität unmittelbar steuernd und regelnd eingreifen. Das IKEM und die Uni Leipzig haben zum Ziel, diese Phase rechtssicher und konform zum Weißbuch des Bundesministeriums auszugestalten. Wir analysieren regionale Flexibilitäten und ihre Bereitstellung im Hinblick auf Kosten und Wirkung im Netz und die Rolle marktbasierter Instrumente bei der Integration. In Zusammenarbeit mit dem Leitwartensimulator GridLab visualisieren wir kritische Netzzustände und den Einfluss von veränderten regulatorischen Bedingungen dynamisch. Im Ergebnis der Analyse stehen rechtspolitische Handlungsempfehlungen und gesamtkonzeptionelle Umsetzungsvorschläge für die Aufgabenverteilung im Energiesystem der Zukunft.

WindNODE-Wertversprechen und Geschäftsmodelle

Als innovatives Schaufensterprojekt soll WindNODE einen konkreten Beitrag zur Entwicklung des Energiesystems der Zukunft leisten. Das projekteigene Zielsystem – intern die "WindNODE-Wertversprechen" genannt – soll laufend evaluiert und weiterentwickelt werden. Die TU Berlin (EnSys) ermittelt dafür kritische Erfolgsfaktoren und leitet Handlungsempfehlungen zu deren erfolgreicher Umsetzung ab. Außerdem bewerten wir mögliche systemische Auswirkungen einer erfolgreichen und ganzheitlichen Einlösung der Wertversprechen. Parallel liefern wir laufend wissenschaftlich fundierte Ad-hoc-Einschätzungen neuer energiewirtschaftlicher Entwicklungen und geben diese an die WindNODE-Arbeitsfelder und die Verbundkoordination weiter. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Identifikation möglicher neuer Geschäftsmodelle und "Blaupausen", beispielsweise unter den Schlagworten "regionalisierte Strommarktprodukte" und "Anwendungen der Blockchain".

Wir verwenden auf dieser Seite Cookies. Wenn Sie auf OK klicken oder weiter diese Seite nutzen, sind Sie mit der Nutzung von Cookies einverstanden. Mehr Informationen und Möglichkeit zur Deaktivierung.